Ministerpräsident Daniel Günther in Henstedt-Ulzburg beim Grillfest der CDU

Angrillen bei Nieselregen, der zum Dauerschauer wurde, als der geladene Gast aus Kiel zum Grillfest der CDU in Henstedt-Ulzburg eintraf.

Angrillen bei Nieselregen, der zum Dauerschauer wurde, als der geladene Gast aus Kiel zum Grillfest der CDU in Henstedt-Ulzburg eintraf. Aber Gastgeber Waldemar Bianga hatte vorsorglich ein paar Zelte zwischen den Wohngebäuden am Norderkamp in Henstedt-Ulzburg aufgestellt, unter denen die Besucher auf Bänken im Trockenen saßen. Und seinen Kieler Gast, den Ministerpräsidenten Daniel Günther, schützte Bianga persönlich mit einem Regenschirm, während dieser zu den Gästen sprach.

Der CDU-Gemeindevertreter aus Henstedt-Ulzburg hatte alles im Griff an diesem Abend, schließlich ist Bianga am Norderkamp zu Hause – und er ist auch schon lange der Hausmeister der Wohnanlage. Im Herbst 2022 kam der gebürtige Pole, der mit seiner Frau Barbara 1995 aus der Nähe von Danzig in die Großgemeinde gezogen war, auf die Idee, den CDU-Landesvorsitzenden einzuladen.

Schon vor vier Jahren hatte er die damalige Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nach Henstedt-Ulzburg gelockt. Nun wollte er Günther haben und mit ihm bei einem gezapften Bier und Grillwürstchen mal über Gott und die Welt plaudern.

Als dann tatsächlich im Oktober Günthers Referent Henrik Lühr bei Bianga anrief und ihm mitteilte, dass der Chef gerne kurz vor der Kommunalwahl vorbeikommen wolle, um die Parteifreunde im Wahlkampf zu unterstützen, „hatte ich die Hosen voll“, erzählt Bianga.

Doch die Parteifreunde schulterten den Abend dann gemeinsam: Die CDU-Vorsitzende Margitta Neumann spendierte das Essen und die Getränke und alle Vorstandskollegen halfen mit. Reinhard Klein grillte für die bald mehr als 100 Besucher die Würstchen so professionell, als wäre es seine Passion. Und Parteisprecherin Claudia Meyer zapfte das Bier so rasch, dass das erste Fass schon fast alle war, als Günther endlich aus Kaltenkirchen am Abend zu seinem sechsten Termin an diesem Freitag in Henstedt-Ulzburg etwas verspätet eintraf.

Günther freute sich über ein Bierchen und mischte sich schnell unter das Volk im Zelt. Zuvor hatte ihn Gastgeber Bianga als „großartigen“ Politiker und Ministerpräsidenten begrüßt. „Aber eine Sache geht gar nicht: Du bist Mitglied bei den Bayern.“ Hier im Norden gelte „nur der HSV“, erklärte Bianga und sagte, er wünsche sich mal zu erleben, dass der HSV Deutscher Meister wird „und du Bundeskanzler bist“.

Günther gab seine „größte Sünde“ zu, ein Fan des FC Bayern zu sein. Die rühre aber noch aus Kindheitstagen in den frühen 1980er Jahren. „Damals war der HSV noch besser als Bayern“, sagte der Landespolitiker. Und weil er „es immer mit den Schwächeren gehalten“ habe, sei er halt Bayern-Fan geworden. „Aber ich mag auch Holstein Kiel und hoffe, dass der HSV den Aufstieg schafft“, beeilte sich der gebürtige Kieler zu sagen.

Das Eis war gebrochen, die Stimmung redselig. Prominente Stadtpolitiker waren zum politischen Grillfest zwischen den Wohnblocks gekommen. Wie der ehemalige langjährige Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Volker Dornquast und der frühere Bürgervorsteher Joachim Süme.

Es waren auch Bürger unter den Gästen, die nicht der CDU angehören, aber mal in lockerer Atmosphäre den Ministerpräsidenten treffen wollten. Wie Britta de Camp-Zang vom Bündnis für Demokratie und Vielfalt. „Ich hoffe, dass wir ins Gespräch kommen. Ich möchte wissen, was er von der Ortspolitik hier hält“, sagte sie und freute sich über Biangas Veranstaltung. „Das hat Dorffest-Charakter hier.“

Auch einige Nachbarn waren trotz des Wetters zur Grillparty vor ihre Haustür getreten.  Wie Dirk Kaiser, der froh war, was sein Hausmeister wieder auf die Beine gestellt hat. "Der Bianga ist ein netter Mensch" und ein Super-Hausmeister sowieso.

Der Alltags-Ärger ging an diesem nassekalten Abend in Ulzburg im Polit-Talk unter.